ESTREMADURA-IM
WESTEN VIEL NEUES
Faszinierende Gegensätze: Schroffe Steilküsten wechseln
mit sanft zum Atlantik hin abfallen den Stränden, im hügeligen
Hinterland dominiert in allen Variationen eine üppige, herrlich
grüne Natur.
Das
ist typisch für die Estremadura, mit über 60.000 Hektar
Rebfläche das größte Weinbaugebiet Portugals. Von
den Einheimischen früher kurz als Oeste (Westen) bezeichnet,
erstreckt sie sich nord westlich von Lissabon bis südlich von
Coimbra ent lang der Küste, an der sich malerische Seebäder
und Fischerdörfer wie Perlen aneinanderreihen. Je weiter man
ins Landes innere kommt, um so stärker prägen Landwirtschaft
und Weinbau das Gesicht dieser Region. Die Nähe zum Atlantik
bringt hier angenehm kühle Sommer, aber nicht selten auch heftige
Winde, vor denen die Weingärten mit dichten Bambushainen geschützt
werden müssen.
Die IPR-Regionen Alcobaça, Alenquer, Arruda, Encostas de
Aire, Óbidos und Torres Vedras liefern zusammen mehr Wein
als jede andere Region Portugals, vor allem frische, nach Limonen
duftende Weißweine.
Traditionell
genossenschaftlich geprägt und überwiegend als Faßweinlieferant
bekannt, vollzieht sich in der Estremadura seit einigen Jahren ein
bemerkenswerter Wandel, der seinen Anfang nahm, als einige Erzeuger
erfolgreich damit begannen, ihre Weine selbst abzufüllen und
zu vermarkten. Private Quintas haben mit beachtlichen Investitionen
in Rebanlagen und Kellertechnik eine enorme Qualitätssteigerung
bewirkt, die vor allem in Alcobaça, der 2.100 Hektar großen
Region unweit der Atlantikküste und in Alenquer, 50 Kilometer
nördlich von Lissabon gelegen, erste Früchte trägt.
Modern ausgestattete Weingüter produzieren nicht nur erstklassige
Rotweine aus heimischen Rebsorten, sondern haben ihre Palette um
international bekannte Reben wie Cabernet Sauvignon und Chardonnay
ergänzt und damit auch im Ausland wachsenden Erfolg erzielt.
In
der Region Óbidos, nach der wohl bekanntesten mittelalterlichen
Stadt- und Festungsanlage Portugals benannt, sind Wein und Geschichte
eng miteinander verknüpft. Die Weißweintradition wird
in einer Reihe bedeu tender Weinorte wie Bombarral, Cadaval und
Caldas da Rainha gepflegt. Insbesondere Gaeiras ist für seine
Kreszenzen berühmt.
Zweifellos
sind die Regionen Acobaça, Alenquer oder Óbidos im
Blick auf die Entwicklung ihrer Weine Vorreiter, denen andere Gebiete
der Estremadura, wie beispiels weise die 4.680 Hektar umfassende
Region Arruda und die nördlichste Region Encostas de Aire bald
folgen werden. In Torres Vedras jedoch, einem 20.000 Hektar umfassenden
Weinbaugebiet rund 40 Kilometer vor Lissabon, haben einige selbstvermarktende
Winzer den Durchbruch bereits geschafft. Ihnen gelang es, sich mit
vollmundigen und lagerfähigen Rotweinen einen Namen zu machen.
Auch die vier kleineren DOC-Gebiete der Estremadura seien an dieser
Stelle genannt: Neben dem DOC-Gebiet Lourinhä rund um die gleichnamige
Stadt sind dies vor allem die in Portugal bekannten und traditionsreichen
DOC-Gebiete Bucelas, Colares und Carcavelos, die alle in unmittelbarer
Nähe zur Hauptstadt Lissabon gelegen sind.
Die wichtigsten Rebsorten:
Rot: Aragonez, Baga, Periquita, Touriga Nacional und Trincadeira
Preta
Weiß:
Arinto, Bical, Cerceal Branco, Fernäo Pires, Malvasia, Tamarez
und Vital